Tagebuch 2/7 – Am Zoll

Am Zoll

Zoll – Zoll – Zoll – und nochmals Zoll. Man stellt sich ja schon geistig auf gewisse Hürden ein, wenn man als Laie mit zwei Wagen voller Hilfsgüter diese deklarieren möchte. Nun, nachdem wir mitten in Italien sind, ist auch klar, weshalb sich so viele um diesen Akt drücken. Ziel war, dass wir das Auto für Babel in der Schweiz ab- und in Italien anmelden. Zudem sollten die gesammelten Güter vom Samstag angemeldet und jene der Manor deklariert sein. Nicht, dass im Vorfeld bereits SETTELEN zwei Wochen Vorbereitung geleistet hätte. Wir kamen auf jeden Fall mit fünf Stunden Aufenthalt in staatliche Amtsstuben durch. Von mir aus kann jeder selbst entscheiden, ob das nun viel oder wenig ist. Wir haben auf jeden Fall brav jeden Schritt mitgemacht, der uns aufgetragen wurde. Von Stempeln über Schätzen, zum nächsten, im Auto warten hin- und zurückfahren, parken, weiterfahren, und zurück, wägen, anmelden, abmelden, Zettel hier, Blätter da. Am Ende hatten wir immerhin weniger Blätter als wir mitgebracht haben. „Sie hier kommen bitte, warten, danke nach Italien.“

Mir wurde deutlich vor Augen geführt, was es heisst, nichts zu verstehen. Ob dies nun die Sprache, ein Formular, Bearbeitungsschritte oder auch nur der informelle Umgang waren. Immerhin bei Letzterem half ab und an mal ein nettes Lächeln.

Aber nun sind wir durch: Seit 05.00 Uhr unterwegs und mittlerweile im nebligen und dunklen Italien kurz vor Ancona. Es ist 19.00 Uhr und vor uns liegen noch gute 500 km. Ein etwas schlechtes Gewissen plagt mich schon, dass wir wohl mitten in der Nacht den liebe Don Francesco aus seinem gesegneten Schlaf schütteln werden. Aber anders war dies nun doch nicht möglich.

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